Nächster Vorschlag

Bebauungsplan Nr. 6918-4 „Kennedyallee 62-72

Wir befürchten, dass die geplante Tiefgarageneinfahrt auf Höhe Ahrstr. 23 durch den Durchfahrtsverkehr deutlich mehr Lärm sowie Abgase in der gesamten Ahrstraße verursachen wird.

weiterlesen

Belange der Anwohner sind nicht berücksichtigt

Viele Argumente hinsichtlich Verkehr und Umwelt wurden hier schon aufgeführt.
Besonders inakzeptabel ist die Planung an der südlichen Ahrstraße. Hier ist eine Bebauung bis an den Bürgersteig vorgesehen und damit deutlich abweichend von der bisherigen zurückversetzten Bebauung. Nirgendwo sonst im weiteren Umkreis des Flussviertels grenzt eine Bebauung direkt an die Straße. Stets sind Gebäude einige Meter zurückversetzt, meist mit Vorgärten oder Grünflächen versehen. Ein Blick durch die Straßen der Umgebung lässt die Wohngebäude dadurch kaum oder nur in Teilen erahnen. Auch bei den Bürogebäuden in der Nähe wurden die Abstände zu Straße und Nachbarn berücksichtigt. In der neuen Planung hingegen steht das Gebäude weit hervor und wirkt wie ein Fremdkörper in der Häuserflucht. Es handelt sich um ein grünes, offenes Viertel und nicht um einen Ortskern wie Plittersdorf oder Friesdorf mit traditionell engerer Bebauung.
Überhaupt ist zu sagen, dass das Wohnumfeld von Ahr- und Moselstraße ausschließlich aus einzelnen Häusern oder kleinen Reihenhäuser besteht, in der Regel alle 2-geschossig. Nicht ohne Grund wurde vor 60 Jahren der Bebauungsplan so festgelegt wie er jetzt ist. Der damals gebaute Bürokomplex musste sich an die existierende Umgebungsbebauung anpassen. Durch Abstände, Baumflächen und Staffelungen wurde mit der „Pyramide“ ein Wahrzeichen geschaffen, das aus der Nähe oft erstaunlich unscheinbar und unauffällig wirkt. Eigentlich müsste man sogar die Frage stellen, was diesen ehemaligen Ministeriumsbau angesichts seiner Geschichte in der Bonner Demokratie und seiner markanten Form beispielsweise von den denkmalgeschützten Kreuzbauten unterscheidet, sodass er nicht schützenswert ist.
Nichtsdestotrotz ist zu sagen, dass sich an der Umgebung in 60 Jahren wenig geändert hat. Es gibt also keinen Grund, warum sich durch die Anpassung der Nutzungsart im Bebauungsplan gleichzeitig Änderungen bei Abständen und an den Grünflächen ergeben sollen, die mit einer Bauverdichtung einhergehen. Im Gegenteil: Angesichts Klimanotstand und gerne propagierter Vermeidung von Flächenversiegelungen sollte man im Stadtgebiet jedes Stück Naturfläche dankbar annehmen. Es passt auch überhaupt nicht ins Bild, wenn die Stadt jedem Hausbesitzer untersagt Steingärten in Vorgärten anzulegen, hier aber weitere Flächen durch neue Wohnkästen versiegelt werden dürfen.
Daher bitte berücksichtigen:
- Bäume und Grünflächen erhalten ohne Tricksereien
- Abstände beibehalten
- Bebaute Fläche auf dem bisherigen Niveau belassen
- Die verkehrsberuhigten Anwohnerstraßen nicht als Hauptzufahrt für Tiefgaragen einplanen