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Mehr Freie Software einsetzen!

Verwaltung und Bürgerservice
Sparvorschlag
Stadtbezirk Bonn

Die Stadt München hat's vorgemacht. Einsparung von Lizenzkosten, Entrümpelung und Verschlankung der Anwendungslandschaft, Qualifizierung des IT-Personals, Schutz der Daten verbessern, Mittelstand fördern und viele Vorteile mehr durch den Umstieg auf Linux: http://www.muenchen.de/rathaus/Stadtverwaltung/Direktorium/LiMux.html

Bei der Migration kann man im gleichen Aufwasch die Bedingungen für "Open Data" verbessern.

Mit Gummersbach haben wir sogar eine Stadt ganz in der Nähe, wo man sich über solch ein Projekt informieren und helfen lassen kann: http://www.pro-linux.de/news/1/21390/linux-migration-der-stadtverwaltung...

Stellungnahme der Verwaltung

Dort wo es im Kontext der konkreten Anforderungen der Fachverwaltung möglich ist, wird die Stadtverwaltung weiterhin, im Rahmen von Einzelfallprüfungen im jeweiligen Beschaffungsprozess, den Einsatz von Open-Source-Lösungen evaluieren. Dies wird unter technischen und funktionalen Gesichtspunkten, sowie unter wirtschaftlichen Aspekten geschehen. Die Stadtverwaltung wird insoweit weiterhin die Entwicklungen im Open-Source-Bereich aktiv beobachten.

Sachstand/Historie:

Die Stadtverwaltung hat erstmalig im Jahr 2003 eine umfassende Untersuchung durchgeführt, die die Möglichkeiten, aber auch die Grenzen einer OSS-Migration zum Inhalt hatte. Im Jahr 2013 (1312775ST3) wurde aufgrund einer politischen Anfrage eine interne Machbarkeitsstudie durchgeführt. Die grundlegende Erkenntnis aus diesen Untersuchungen ist, dass eine Migration zwar dem Grunde nach möglich ist, eine flächige und konsequente Umstellung auf Open-Source-Derivate im Clientarbeitsplatz- und im Serverbereich für die Stadtverwaltung Bonn allerdings unwirtschaftlich bzw. in vielen Fällen sowohl technisch als auch anforderungsseitig nicht bzw. nur mit sehr hohen Aufwänden realisierbar ist.

Die Gründe hierfür sind an folgenden Punkten festzumachen:
1. Bei der Bewertung einer OSS-Migration reicht der reine Vergleich der Lizenzkosten nicht aus. Im Rahmen einer TCO-Betrachtung bzw. Vollkostenrechnung müssen vielmehr alle Kosten für Anschaffung, Pflege, Einführung, Nutzung eingerechnet und gegenübergestellt werden. Diese Kosten setzen sich als direkte Kosten aus Hard- und Softwarekosten und als indirekte Kosten aus Migrations- bzw. Integrationskosten, Administrationskosten, Schulungskosten sowie Support- und Wartungskosten zusammen. Für einen professionellen Einsatz sind zudem in der Regel auch kommerzielle und damit ebenfalls kostenpflichtige OSS-Distributionen notwendig.
2. Viele behördenspezifische Fachanwendungen sind nur für Windowsplattformen verfügbar, was in vielen Fällen mangels Alternativen einen finanziell aufwändigen und dauerhaften „Hybridbetrieb“ in der IT erforderlich machen würde. Eine modulare und generelle Austauschbarkeit von kommerziellen Software-Lösungen durch Open-Source-Lösungen ist nicht gegeben.
3. Vernetzung, Integrationstiefe und Komplexität behördeninterner IT-Services haben im Laufe der letzten Jahre sehr stark zugenommen und stellen hohe Anforderungen an die Interoperabilität und der IT-Services untereinander. Eine mangelnde technische „Barrierefreiheit“ führt dabei auch sehr schnell zum Verlust der Nutzerakzeptanz und damit auch zu Effektivitätsverlusten in der individuellen Aufgabenwahrnehmung. Für den Endbenutzer ist die IT-Umgebung Mittel zum Zweck, IT muss funktionieren. Die Stadt Freiburg begründete den Ausstieg aus der OSS-Migration wie folgt: „Eine 3000-Personen-Verwaltung kann nicht dauerhaft im Trial-and-Error-Modus betrieben werden“
4. Die eigentliche Realisierungskomplexität einer OSS-Migration ist erheblich, da eine Kommmunalverwaltung in der Größe von Bonn im Regelfall eine höhere 3-stellige Anzahl von behördenspezifischen Fachanwendungen betreibt, die in vielen Fällen eine enge Interaktion mit der arbeitsplatznahen Standardsoftware (z. B. MS Office) vorsehen. Bei den Fachanwendungen handelt es sich in vielen Fällen zudem auch um mit Microsoft-Werkzeugen erstellte Individualentwicklungen.
5. In OSS-Projekten ist zwischen einer OSS-Desktopstrategie und einer OSS-Backendstrategie zu differenzieren. Während die Stadt Bonn im Bereich der Desktoparbeitsplätze standardisiert und nahezu typenrein kommerzielle bzw. proprietäre Softwareprodukte einsetzt, werden im Backend- und Serverbereich bereits seit langen Jahren Open-Source-Produkte eingesetzt (u.a. bei Webservices, Geoservices, Sicherheitsinfrastruktur, Datenbankbetrieb, einzelne Applikationsdienste).
6. Microsoft-Produkte werden bei der Stadt Bonn nicht im Einzelbezug, sondern über den interkommunalen Verbund (KDN – Zweckverband kommunaler IT-Dienstleister) stark rabattiert über Rahmenverträge des Bundes (BMI) bezogen. Diese Bedarfsbündelungen sorgen im Bereich der Standardsoftware und auch bei anderen kommerziellen Softwarelösungen für erhebliche Skaleneffekte. Die Stadt Bonn ist über den Beitritt zu den Rahmenverträgen keine Abnahmeverpflichtungen eingegangen und bindet insoweit im Bereich der Standardsoftware die eigenen Migrationszyklen für Arbeitsplatz- und Serversysteme nicht an die regelmäßigen Erneuerungszyklen bzw. Herausgabe neuer Versionen der Softwarehersteller.
7. Nahezu alle der ca. 4.400 städtischen IT-Arbeitsplätze sind mit Microsoft Office ausgestattet. Über diese Arbeitsplätze wird in der Regel auf Fachanwendungen mit einer lokalen bzw. netzwerkgestützten MS-SQL-Datenbankanwendung zugegriffen. Bei den städtischen Fachanwendungen handelt es sich vielfach um mit Microsoft-Werkzeugen erstellte Individualentwicklungen, beginnend mit Makroprogrammierungen (z. B. Kopfbogen, sonstiges Vordruckwesen) bis hin zu größeren verwaltungsintern entwickelten Fachverfahren (z. B. Ratsinformationssystem, Vergabewesen). Bei der Stadtverwaltung muss insoweit ein hoher Faktor von inkompatiblen Arbeitsplätzen angenommen werden, weil kommerzielle Fachverfahren eingesetzt werden, die entweder betriebsseitig nicht Open-Source-tauglich sind oder aber Individualentwicklungen zum Einsatz kommen, die mit Microsoft-Werkzeugen erstellt wurden, bzw. eine enge Verzahnung mit MS Office oder anderer arbeitsplatznaher Standardsoftware haben.
8. Viele OSS-Migrationsprojekte, insbesondere im Desktopbereich, (vgl. Städte Mannheim, Freiburg, Finanzverwaltung Berlin, Auswärtiges Amt, Polizei Niedersachsen) wurden zwischenzeitlich eingestellt.

Fazit:
Open-Source hat sich auf dem Unternehmens- bzw. Behörden-Desktop nicht durchsetzen können, im Backend haben Open-Source-Produkte aber auf jeden Fall ihre (zunehmende) Berechtigung.

Die durchaus nicht unumstrittene Kostenvergleichsrechnung der Stadt München ist nicht ohne weiteres auf Bonn übertragbar. Zudem erwägt München lt. aktueller Presseberichterstattung aufgrund multipler Probleme, fehlender Nutzerakzeptanz und der hohen Aufwände die Rückkehr zu Microsoft-Produkten.

Kosteneinsparungen ergeben sich in der kommunalen IT heutzutage sehr viel mehr aus der Bildung und Nutzung sogenannter „Shared-Services“, d.h. organisationsintern durch Konsolidierung, Standardisierung, Zentralisierung, sowie Mischnutzung von IT-Diensten und darüber hinaus interkommunal durch Bedarfsbündelungen, Anwendungsstandardisierung und die Bildung von gemeinsam genutzten Kompetenz- bzw. Shared-Service-Zentren. Die Stadt Bonn befindet sich innerorganisatorisch, aufgrund eines Beschlusses des Verwaltungsvorstandes, bereits in einem laufenden Prozess, der die konsequente Zentralisierung und Standardisierung sämtlicher IT-Betriebs- und IT-Beschaffungsthemen zum Inhalt hat. Im interkommunalen IT-Verbund (KDN – Zweckverband kommunaler IT-Dienstleister) ist die Stadt Bonn sowohl als Leistungsabnehmer, als auch als Leistungserbringer aktiv und bedient sich auch in IT-Beschaffungsthemen aus dem Rahmenvertrags-Portfolios. Das Aufgabenportfolio einer großen Kommunalverwaltung ist heutzutage sehr umfangreich und eine fachspezifische IT-Unterstützung ist in nahezu allen Bereichen obligatorisch. Die Möglichkeiten einer generellen „Verschlankung und Entrümpelung der Anwendungslandschaft“ sind von daher nicht als potentieller Effekt einer OSS-Migration, sondern als Effekt ständiger Konsolidierungsmaßnahmen zu sehen und wobei der mögliche Konsolidierungsgrad auch in sehr starkem Maße von den inhaltlich-funktionalen Anforderungen aus der Fachverwaltung abhängig ist.

Mit Blick auf den Anteil der städtischen IT an der finanziellen Gesamtsituation der Stadt Bonn muss noch erwähnt werden, dass die Stadt Bonn im Rahmen verschiedener interkommunaler Vergleichsringe und Benchmarks zuletzt folgende Testate bekommen hat:
- Die Stadt Bonn stellt die IT-Dienstleistungen für die Kernverwaltung günstiger bereit, als andere kreisfreie Städte in NRW.
- Die Kosten für die Bereitstellung und Betreuung eines IT-Arbeitsplatzes in Bonn sind sehr gering.
- Die Bereitstellung der IT-Infrastruktur in Bonn er-folgt sehr kostengünstig.
- Die Kosten für die Entwicklung, Pflege und Betreuung von Fachanwendungen in Bonn sind geringer als bei allen anderen Vergleichsstädten in NRW.

Eine gezielte Förderung des Mittelstands durch eine OSS-Projektierung ist nicht möglich, da Projekte, Dienstleistungen und Produkte in der abzusehenden Größenordnung entsprechend den gesetzlichen Vorschriften mindestens national öffentlich, ggf. sogar europaweit öffentlich auszuschreiben sind. Es wäre insoweit bei einer Projektierung völlig offen, ob hier überhaupt lokale oder regionale Anbieter bzw. der Mittelstand zum Zuge kommen würden.

Entscheidung des Stadtrats vom 07. Mai 2015

Dem Bürgervorschlag wurde mit Änderungen/Ergänzungen zugestimmt:

Dem Bürgervorschlag wird dahingehend zugestimmt, als das dem Vorschlag der Verwaltung „Dort wo es im Kontext der konkreten Anforderungen der Fachverwaltung möglich ist, wird die Stadtverwaltung weiterhin, im Rahmen von Einzelfallprüfungen im jeweiligen Beschaffungsprozess, den Einsatz von Open-Source-Lösungen evaluieren. Dies wird unter technischen und funktionalen Gesichtspunkten, sowie unter wirtschaftlichen Aspekten geschehen. Die Stadtverwaltung wird insoweit weiterhin die Entwicklungen im Open-source-Bereich aktiv beobachten.“ gefolgt wird, weil er mit den Intentionen des Bürgervorschlags übereinstimmt.

Verknüpfte Vorschläge

Informationen zur Verknüpfung von Vorschlägen finden Sie hier.

Durch Umsetzung einer Open Source Strategie in Verwaltung und Schulen können langfristig im Bereich Lizenzen und Hardwarekosten Einsparungen erziel

Kommentare

Der Vorschlag zum Einsatz von Freeware-Programmen in Schulen kann von keinem wahren Praktiker kommen. Die Städte müssen mit Microsoft u. a. über günstigere oder freie Lizenzen verhandeln. Da geht doch was! Die Schüler von heute sind die Nutzer von morgen. In welchem Büro wird z. B. mit Libre Office gearbeitet? Das ist allenfalls was für Anfänger oder private Gelegenheitsnutzer.
Aber typisch: Einsparungen beim ohnehin schon maroden Bildungsangebot!
(Die erforderlichen Praxiskenntnisse müssen dann in privat zu finanzierenden Kursen erworben werden.)

@#1 Also ich arbeite bei einer Bundesbehörde im Bereich Lizenzmanagement und möchte zu Ihrem Kommentar folgendes anmerken.

Für den Bereich Education (Schulen, Universität) bietet Microsoft sehr sehr günstige Lizenzmodelle von denen alle anderen Microsoft Nutzer nur träumen können. Microsoft hat schon sehr lange erkannt, dass über den Weg Bildungseinrichtungen mit sehr günstigen Lizenzen zu fördern, ein sehr guter Weg ist, zukünftige Microsoft Nutzer zu bekommen. Auch die neuen Cloud-Lizenzmodelle (Office365) weisen den Weg in ein günstigeres Bezugsmodell insbesondere für Microsoft Office.

Insgesamt sehe ich das die Lizenzkosten, die sich nicht nur aus dem einmaligen Kaufpreis zusammensetzen sondern in der Regel auch noch laufende Kosten (bei Microsoft heißt dies Software Assurance) beinhalten, selbst bei einem relativ kleinen Unternehmen schon einen beträchtlichen Teil des IT-Budgets ausmachen. Wenn man dort sinnvolle Einsparpotentiale finden kann, dann nur zu.

Pauschal bin ich weder gegen Microsoft noch Open Source. Es sollten vernünftige IT-Lösungen gefunden werden, die den Anforderungen der Nutzer gerecht wird. Dann haben alle etwas davon. Und wenn davon einige kostengünstig bezogen werden können, dann ist das gut. Auch Open Source wird nicht umsonst sein, da Unternehmen und Behörden auch kostenpflichtigen Support/Wartung buchen werden.

PS: Meine Erfahrungen aus dem IT-Support zeigen, dass die meisten Nutzer auch die Funktionen von Microsoft Office nicht ausreizen können und ebenfalls nur rudimentäre Kenntnisse haben. Erschreckenderweise gilt dies auch für junge Mitarbeiter/-innen. Daran wird auch das jeweilige Office Produkt (Microsoft oder LibreOffice) in der Schule nichts ändern. Es sollte lieber auch an pädagogischen Programmen gearbeitet werden, IT-Grundfertigkeiten zu vermitteln. Wer diese hat, der kann mit jedwedem Office-Programm produktiv arbeiten.

@#1.1 @#1.1 Open Software kommt häufig selbst aus dem Bildungsbereich und ist schon deshalb zu bevorzugen, weil es sich um ein "brancheninternes" Produkt handelt. LibreOffice funktioniert einwandfrei und Linux macht noch den ältesten PC wieder flott. Professionell ist bei Microsoft lediglich das Marketing, das natürlich bei den Behörden beginnt. Das ist auch nötig, denn eigentlich sind gute, neue PCs bereits für EUR 50,- zu haben. Bei diesen zeitgemäßen Modellen ist Linux und LibreOffice vorinstalliert, versteht sich!

@#1 Liebe/r heimatverbunden, Sie sollten sich vielleicht noch etwas mehr mit der Thematik auseinandersetzen. "Freeware" und "Freie Software" sind zwei ganz unterschiedliche Dinge. (Lesen Sie zum Einstieg doch einfach mal die (zwei!) Wikipedia-Artikel zu den Themen.)
In meiner Firma wird fast ausschließlich Freie Software eingesetzt, für Arbeitsplatzrechner, Büroanwendungen, Server und Serverdienste. Ein großer Teil des Internets funktioniert mit Freier Software, große Unternehmen setzen immer mehr Freie Software ein. Glauben Sie nicht, dass die "professionelle Programme" wollen? Auch meine Firma lebt u.a. davon, Freie Software für Kunden zu implementieren. (Aber keine Freeware :)
Mir ist absolut nicht klar, warum das im öffentlichen Dienst oder in Bildungseinrichtungen nicht gehen sollte.

@#1 @#1 Zum Beispiel wird in der Stadtverwaltung München u.a. mit LibreOffice gearbeitet, wie man unschwer in dem verlinkten Artikel nachlesen kann - nur um Ihre Frage zu beantworten. Warum sollte das nicht auch in Bonn funktionieren? Das Bedarf natürlich auch eines Schulungsaufwandes und gewisser Umgewöhnungszeit, bietet aber letztlich nut Vorteile. Weniger Kosten, keine Abhängigkeit von einem Unternehemen etc. Der Vorwurf der "Unprofessionalität" gegenüber freier Software hält sich leider immer noch hartnäckig, vor allem wegen den Voruteilen von Anwendern, die sich noch nie mit freier Software auseinandergesetzt haben.

@#1 @#1 Da kann ich nur zustimmen: Es werden professionelle Programme benötigt. Solche sind wohldokumentiert und möglichst fehlerfrei. Die TeX-Dokumentation ist vorbildlich; die Liste der korrigierten Fehler in TeX beginnt 1978, sie hat insgesamt 947 Einträge. Einer stammt aus dem Jahr 2014, zwischen 2013 und 2009 fanden sich keine Fehler, acht in 2008, keine zwischen 2007 und 2003, einer 2002. Ihrer Feststellung entsprechen heißt, zum Textsatz TeX (oder LaTeX) einzusetzen - die Satzergebnisse sind allemal besser als bei den sogenannten Textverarbeitungsprogrammen, die Stabilität ist unerreicht, die Kosten sind minimal. An meinem Arbeitsplatz wurden in den letzten zehn Jahren mehr als eine Million satztechnisch durchaus anspruchsvolle Dokumente (oft mit relativ komplexen Tabellen) automatisch mit LaTeX erstellt und als PDF gedruckt und archiviert - was übrigens einen weiteren, entscheidender Vorteil dokumentiert: LaTeX-Texte können automatisch aus beliebigen Programmen heraus erzeugt werden und erlauben in bemerkenswert professioneller Qualität gesetzte Texte.

denn durch die Vermittlung und Nutzung von Offenen Standards und das Studium (der nur hier verfügbaren) Software-Quellen können die Schüler und StudentInnen ein tiefgreifendes Verständnis für Software und Informatik entwickeln. Lesen Sie eine eingehende Darstellung der Vorteiler Freier Software hier: http://fsfe.org/activities/education/education.de.html

Sie verwenden in Ihrem Kommentar den Begriff "Freeware". Das zeigt deutlich, dass Sie in der Materie nicht zuhause sind, denn das ist etwas _völlig anderes_ als Freie Software.
" Freeware ist meistens proprietär und steht damit laut der Free Software Foundation im Gegensatz zu Freier Software (engl. „free software“), die weitläufigere Freiheiten, wie Veränderungen an der Software, gewährt." (Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Freeware)

Soweit meine Hilfe auf die Sprünge von

IT-Profi (24 Jahre Berufserfahrung),
die ihr Geld seit 10 Jahren ausschliesslich mit der Administration und Entwicklung von Freier Software verdient

@#2 Danke für die Belehrungen zur "Freeware". Es gibt tolle It-Experten und "normale" Nutzer/Anwender. Meine Erfahrungen ziehe ich aus Schulungen der letzten 25 Jahre für Büroberufe und andere Bereiche. Sonst hätte ich mich nicht zum Thema geäußert. Ich bin auch kein/e Microsoft-Mitarbeiter/in o. ä.

@#2.1 Liebe/r heimatverbunden, es tut mir leid, wenn die Pro-Argumente belehrend wirken, es ist - in der Regel - nicht so gemeint. Möglicherweise kommt der wahrgenommene Tonfall auch daher, dass die Befürworter Freier Software sich allzu oft mit der grundlosen Unterstellung "unprofessionell" und "schlechte Qualität" konfrontiert sehen.

Mein Vorschlag: Lassen Sie sich doch einfach mal darauf ein, es ist nämlich auch für ganz normale Benutzer gar nicht schwer. Viel freie Software läuft auch auf einem Windows-Rechner (Firefox, Thunderbird, verschiedene Office-Programme usw.). Ein Linux-Betriebssystem wie Ubuntu kann man sich ebenfalls auch als normaler Benutzer erschließen oder zumindest - als Live-System von DVD oder USB-Stick - einfach mal ausprobieren. Ein guter Einstieg: http://wiki.ubuntuusers.de/Einsteiger

Insbesondere in Bereichen, wo die vorhandene IT lediglich im Rahmen der Office-Funktionalität und der Nutzung des Dateisystems besteht, könnte eine Migration Sinn machen.

Das Problem bei einer Migration auf Open Source insbesondere beim Betriebssystem ist, das auch Fachanwendungen, die zumeist eine bestimmte Plattform zum Laufen benötigen, weiterhin unterstützt und ggfs. migriert/neu geschrieben werden müssen. Das ist eines der größten Hemmnisse aus meiner Sicht. Dies sinnvoll zu begleiten und auch umzusetzen, ist vermutlich der größte Aufwand. Kurzfristig entstehen dadurch vermutlich auch höhere Kosten, die sich langfristig aber amortisieren.

Diesen Schritt zu erwägen, könnte eine Chance sein, eine moderne und leistungsfähige IT-Plattform den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadt Bonn zu bieten. Er sollte auf jeden Fall geprüft werden.

Hätte schon vor Jahren sein können!
Nebenbei, als jemand der ApacheOpenOffice, MSOffice 2003 &2007 kennt muss ich sagen: die Umstellung von MSO 2003 zu AOO ist weniger schwierig als von MSO 2003 nach 2007, auf jeden Fall für mich und wenn der Administrator ordentlich arbeitet! Abgesehen davon durch die kontinuierliche Fortentwicklung die bei freier Software üblich ist, gibt es keine Revolutionen wo von Anfang an neu geschult werden muss!

Selbst wenn Microsoft Sonderangebote macht und der monetaere Anreiz zur Nutzung freier Software dadurch kleiner wird - die Sicherheit, die man durch die Benutzung quelloffener Software gewinnt, ist eigentlich der groesste Vorteil.
Insbesondere im Bildungsbereich ist es wichtig, den jungen Menschen frueh beizubringen, dass man die Moeglichkeit und das Recht hat, sich seine IT-Umgebung selber auszusuchen und zu bestalten, und dass man Herr ueber seine Daten bleiben kann und muss. Sogenannte "professionelle" Programme, deren Professionalitaet in der Hauptsache darin besteht, den Nutzer von den Rechten an seinen Werkzeugen und seinen Daten auszusperren, sollte man tunlichst vermeiden, auch wenn sie schoen glitzern.

Wie sieht die Realität meiner Kinder in einer Bonner Grundschule aus?

Die fest installierten Arbeitsplatzrechner in den Klassen haben auch jetzt noch Windows XP installiert (das macht die Stadt Bonn, die Schulen haben keinen Einfluss darauf, wird mir immer gesagt). Dann gibt es noch ein paar (teilweise gespendete, also ältere) Laptops, die in AGs und Projekten eingesetzt werden und ebenfalls auf Windows laufen. Diese haben weitgehend Open- bzw. Libreoffice installiert, Rechner in den Klassen weitgehend MS Office - die Kinder kennen also beides und kommen mit den freien Office-Varianten gut klar.
Gerade bei den meist nicht ganz aktuellen Rechnern würde ein Linux manche Probleme beheben können, wenn ein älterer XP-PC nicht mehr auf Win7/8 aufgerüstet werden kann und die Stadt Bonn vielleich kein oder wenig Geld für eine Neuanschaffung hat.

Ich würde mir schon lange wünschen, dass in den Schulen freie Software zum Einsatz kommt!

@#8 @#8 Ich stimmt Ihnen bedingt zu. Tatsächlich lässt sich durch den Einsatz von Linux auch ältere Hardware länger sinnvoll nutzen. (Dieser Text entsteht auf einem Notebook mit PowerPC CPU aus dem Jahr 2004 mit Debian.) ABER: Sie müssen auch den Aufwand in die Kalkulation einbeziehen, die durch Installation, Softwareverteilung und Wartungsarbeiten an der Hardware entstehen. Diese administrativen Arbeiten benötigen in der Regel einen Vollzeit- bzw. zwei Halbzeit-Administratoren, die sich hardwareseitig um die Clients und softwareseitig um die infrastruktur kümmern. Linux erfordert - auch heute noch - ein gewisses Know-How, so dass hier vermutlich extra eine Stelle geschaffen werden müsste, während diese Wartung heute in der Praxis eher von Lehrkräften "nebenbei" erledigt wird. Insofern bin ich nicht überzeugt, dass Ihr Modell tatsächlich kostengünstiger ist.
Der Vorteil wäre allerdings, dass durch Einsatz eines "echten Admins" der Informatikunterricht deutlich praxisnäher und aktueller gestaltet werden könnte. Auch wäre die Gründung einer "Admin AG" oder ähnliches vorstellbar, so dass interessierte Schüler sich bereits frühzeitig mit dem Adminalltag vertraut machen und sich in diese Berufsrichtung fortbilden könnten.

dem stimme ich zu.

Der Einsatz freier Software muss in jedem Fall einzelfallbezogen auf Sinnhaftigkeit geprüft werden und sollte nicht pauschal entschieden werden. Grundsätzlich befürworte ich freie Software, da allein die Unabhängigkeit von einzelnen Herstellern und deren "Hausstandards" bei der Implementierung künftiger Standards oder Lösungen mehr Freiheiten bietet als closed source software. Dennoch: Gerade wenn viele "Altlasten" in Form von Officedokumenten bestehen, müssen die Kosten für die Migration dieser Dokumente berücksichtigt werden, und freie Software ist nicht immer die kostengünstigste Wahl. Ähnliches gilt, wenn ein reger Dateiaustausch mit externen Behörden oder Kunden stattfindet: die Dokumente können heute in der Regel zwar auch mit anderer Software geöffnet und gelesen werden, allerdings leiden meist Formatierungen, Layout, Schriftprobleme unter der Konvertierung. Hier könnten PDF Formulare eingesetzt werden, aber auch diese müssen erst erstellt und publiziert werden. Wie verhält es sich zudem mit Individualsoftware, lässt sich diese auf Linux Systeme portieren oder müsste hier quasi eine komplette Neuentwicklung stattfinden?
Daher mein Aufruf: Bitte erst prüfen, ob ein Umstieg auf freie Software unter Berücksichtigung von Migrations- und erforderlichenfalls Schulungskosten tatsächlich die kostengünstige Variante ist, bevor blinder Aktionismus auf den Plan tritt und einfach eine Umstellung erzwungen wird.
Wer sich mit dem Projekt Limux in München näher beschäftigt, wird erkennen, dass gerade hier eine sehr lange Phase der Planung stattgefunden hat, bevor es an die Realisierung ging. Nur so können größere IT Projekte erfolgreich, d.h. in budget und time abgeschlossen werden und werden eben nicht zu einem geldverschlingenden Alptraum, weil in guter Absicht zu schnell gehandelt wurde.

Unter netzpolitik.org gibt es eine schöne Erklärung, warum offene Dokumentenformate, d.h. OpenDocumentFormat (“ODF”, genormt als ISO/IEC 26300), den Microsoft-Formaten umbedingt vorzuziehen sind:
<\br>
https://netzpolitik.org/2014/ooxml-digitale-zeitbombe-in-deutschen-amtss...

<\br>
Es ist an der Zeit, diese Zeitbomben zu entschärfen. Es spricht dabei nichts dagegen, dass auch nach einer Umstellung auf offene Dokumentenformate Rechner mit den entsprechenden Microsoft-Lizenzen für den Zugriff auf alte Dokumente, die sich nicht konvertieren lassen, vorgehalten werden.

Mag vll. in der Anschaffung nichts kosten, aber sie muss auch betreut und angepasst werden.
Und der Umstieg/Anpassung an die Stadt Bonn kostet auch Geld.
Und wie schon ein anderer Nutzer geschrieben hat, wird die Stadt Bonn mit Microsoft sicherlich einen guten Preis pro Lizenz ausgehandelt haben und sicherlich keine 100€ je Office zahlen.

@#13 @#13 Dabei handelt es sich um eine Kampagne der neuen Rathausspitze, die dank Widerstands des Rates, der dritten Bürgermeisterin und der zuständigen IT-Verantwortlichen erfolgreich abgehrt wurde. Siehe folgenden (mit vielen Belegen bestückten) Artikel von Mitte Oktober diesen Jahres: http://fsfe.org/news/2014/news-20141016-01.de.html

Zitat: "Sowohl die städtische IT-Verwaltung, als auch der Stadtrat und die dritte Bürgermeisterin Christine Strobl stellen sich in ihren Äußerungen hinter die Münchner Freie Software-Strategie und distanzieren sich damit von den vorherigen Äußerungen von Reiter und Schmid. Bürgermeisterin Strobl ist "nach gründlicher Prüfung" weiterhin der Ansicht, dass die Umstellung auf Freie Software richtig war."

@#13 Was wäre denn ein typischer Arbeitsablauf in der Verwaltung, den Sie mit LibreOffice oder OpenOffice nicht abbilden können? Und wenn es welche gibt, würden die eingesparten Lizenzkosten nicht bei weitem ausreichen, um ggf. eine Anpassung programmieren zu lassen? Wie sieht es umgekehrt damit aus, wenn Ihnen in MS Office etwas fehlt? Dann programmieren Sie ... ach nein, geht ja gar nicht.

@#13 @#13 Danke für den Hinweis! Sehr interessante Neuigkeit!

Ich fürchte da hat die Realität eine der schönen Ideen der Piraten geerdet. Nicht nur dass das Projekt in München gescheitert ist, nein mittlerweile stellen auch noch echte "Digital Natives" den Open Source Gedanken in Frage (z.B. Jaron Lanier). Ich habe noch nie verstanden was mich reiten müsste, damit ich 10 Stunden am Tag gegen Geld programmiere und dann Abends z.B. noch für kostenlos die Verwaltungssoftware der Stadt Bonn. Wenn sich die Stadtverwaltung und ich irgendetwas teilen würden dass wir gemeinsam weiterentwickeln und ich davon profitiere - dann vielleicht. Aber ich denke ich verdiene mehr, wenn ich das programmiere von dem ich auch die meiste Ahnung habe. Freilich würde ich einen solchen Vorschlag unterbreiten wenn ich darauf spekulieren würde die Integrationskosten für den Wechsel abzufassen. Ich denke die Stadtverwaltung verursacht weniger Kosten, wenn sie mit professioneller Software arbeitet - Vorschlag abgelehnt!