Kein Aus für Stadtteilbibliotheken, Grundversorgung in den Ortszentren statt Sahnehäubchen in Bonn-Innenstadt

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Bildung und Soziales

Stadtteilbüchereien gehören zur Grundversorgung eines jeden Ortsteils. Sie sind nicht nur Ausleihstelle, sondern auch sozialer und kultureller Treffpunkt für Jung und Alt im "Veedel" und sowieso Bildungsstätten. Zeitung lesen, sich mit Leuten aus dem Viertel darüber austauschen, Autorenlesungen hören und vieles mehr kann man in der Bücherei. Aber sie muss leicht erreichbar sein, quasi "um die Ecke"; um mal eben vorbeizuschauen. Junge Familien mit mehreren Kindern, Senioren, die womöglich auch nicht mehr sehr mobil sind, werden nicht mal eben aus ihrem Viertel ins neue Haus der Bildung gehen. Die Bücherei im Stadtteil hingegen ist "kinderleicht" erreichbar, selbst für Fünfjährige. Auch die Schulen und Kindergärten, die mit den Stadtteilbüchereien Kooperationsverträge haben, brauchen die Bücherei vor Ort. Der Aufwand, von Beuel, Endenich, Dottendorf oder Auerberg/Rheindorf "mal eben" mit einer Klasse Grundschüler oder Vorschulkindern ins Haus der Bildung zu fahren, ist viel zu groß - kostet zudem auch noch Fahrtkosten für jedes Kind. Da können sie ihre Verträge mit der Stadt auch gleich in den Papierkorb werfen. Aber das Leben im Veedel scheint für die Stadtverwaltung keinen großen Wert zu haben, hier ist Zentralisierung gefragt, werden nur finanzpolitische Aspekte gesehen. Leider wird vergessen, dass die Kinder von heute die zukünftigen erwachsenen Bonner sind, die dann aber lieber zu Hause daddeln,statt mal in Einrichtungen der Hochkultur zu gehen. Haben sie ja noch nix von gehört oder gelesen... Hier beißt sich die Stadtverwaltung leider selber in den Schwanz. Und scheut seit Jahren den Dialog mit den vielen Ehrenamtlern vor Ort. Dabei könnte man in den Stadtteilbüchereien durchaus Sparmaßnahmen umsetzen, z.B. durch Vermietung der Räumlichkeiten oder eines Teils davon für Bildungsinstitute, Museen usw., durch mehr Einsatz von Ehrenämtlern, durch kostenpflichtige Veranstaltungen außerhalb der Öffnungszeiten, durch Änderung von Öffnungszeiten und vieles mehr. Man könnte aber auch die Zuschüsse für die Hochkultur auf ein normales Maß zurückfahren anstatt die vielen, kleinen und vor allem für Familien und Kinder wichtigen Angebote wie Büchereien, Schwimmbäder, OGSen, freie Theater usw. zu kürzen. Mehr Grundversorgung statt Sahnehäubchen - dann klappt's auch mit dem Sparen.

Stellungnahme der Verwaltung

Die Verwaltung empfiehlt, dem Bürgervorschlag nicht zu folgen.

Die Verwaltung hat dem Kulturausschuss in seiner Sitzung am 25.11.2014 ein Konzept zur zukünftigen Bibliotheksstruktur (DS-Nr.: 1412893) zur Beratung vorgelegt. Im Rahmen einer ersten Lesung hat der Kulturausschuss die Verwaltung beauftragt eine Reihe von offenen Punkten und Fragen zu klären (s. DS-Nrn.: 1412893EB8 und 1412893EB12) und das Ergebnis für die Haushaltsberatungen des Kulturausschusses am 26.02.2015 vorzulegen. Die von der Verwaltung vorgelegte zukünftige Bibliotheksstruktur sieht mit der Eröffnung des Hauses der Bildung in 2015 die Schließung folgender Bibliotheksstandorte vor:
• Rheindorf, Dottendorf und Endenich voraussichtlich zum 26.06.2015,
• Beuel, Brückenforum voraussichtlich zum 02.10.2015
• zudem Aufhebung des Ratsbeschlusses zur Errichtung einer Stadtteilbibliothek in Auerberg

Der Verwaltungsvorschlag zur künftigen Bibliotheksstruktur ist mit einem jährlichen Einsparvolumen von 444.791,03 EUR bereits in den Haushaltsplanentwurf 2015/16 eingeflossen. Da der Bürgervorschlag die Beibehaltung der Zweigstellen zum Inhalt hat, ergibt sich daraus ein Mehraufwand in gleicher Höhe.

Auf den Bürgervorschlag Rang-Nr.: 4 „An Bildung sparen, der richtige Weg für die Zukunft?“, der ebenfalls den Erhalt von Bibliothekszweigstellen zum Ziel hat, wird verwiesen.

Ein Verwaltungsvorschlag für „Bonn packt’s an“, der die Schließung von Bibliothekszweigstellen zum Inhalt hat, wurde von den Bürgerinnen und Bürgern, die dazu ein Votum abgegeben haben, mehrheitlich abgelehnt.

Entscheidung des Stadtrats vom 07. Mai 2015:

Dem Bürgervorschlag wurde mit Änderungen/Ergänzungen zugestimmt:

Nach der Eröffnung des Hauses der Bildung werden die folgenden Orts- und Stadtteilbibliotheken weitergeführt bzw. eingerichtet:
Dottendorf
Mit dem Förderverein wird über ein Bielefelder Modell (Einbindung Ehrenamtlicher/Fördervereine bei Reduzierung des städt. Personals) verhandelt. Die Räumlichkeiten werden auf 200 qm reduziert. Sollte nach einem halben Jahr keine Einigung und keine vertraglich gesicherte Basis für den Betrieb des Bielefelder Modells erzielt werden, wird der Standort geschlossen. Nach den Sommerferien wird in dieser Einrichtung aufgrund des Personalbedarfs im Haus der Bildung die Öffnungszeit bis zur Etablierung des Bielefelder Modells gekürzt.
Endenich
Mit dem Förderverein wird über ein Bielefelder Modell verhandelt. Sollte nach einem halben Jahr keine Einigung und keine vertraglich gesicherte Basis für den Betrieb des Bielefelder Modells erzielt worden sein, wird der Standort geschlossen. Nach den Sommerferien wird in dieser Einrichtung aufgrund des Personalbedarfs im Haus der Bildung die Öffnungszeit bis zur Etablierung des Bielefelder Modells gekürzt.
Auerberg/Rheindorf
Der Standort Rheindorf wird geschlossen. Bezüglich des Standorts Auerberg wird mit dem Verein „Haus Müllestumpe“ über ein Bielefelder Modell verhandelt. Sollte für dieses eine vertraglich gesicherte Basis gefunden werden, sollen neue Räumlichkeiten in der Größe von 200 qm (neu) angemietet werden. Sollte nach einen halben Jahr keine Einigung und keine vertraglich gesicherte Basis für den Betrieb des Bielefelder Modells erzielt werden worden sein, wird keine neue Räumlichkeit angemietet.
Beuel
Die bisherige Bibliothek im Brückenforum wird als Stadtteilbibliothek mit 2,5 Stellen unter Einbeziehung eines Selbstbedienungsangebots weitergeführt. Die Räumlichkeiten werden – wenn möglich – reduziert. Die Bibliothek Beuel Ost wird in eine Schulbibliothek überführt.

Im Juni berichtet die Verwaltung über die aktuelle Entwicklung der Verhandlungen mit den Fördervereinen. Die Prüfung der Auswirkungen des Hauses der Bildung sowie des Bielefelder Modells in den Zweigstellen soll nach einem Betriebsjahr überprüft werden. Diese Prüfung erstreckt sich auf alle Bibliotheken. Die Ergebnisse werden dem Kulturausschuss zeitnah vorgestellt, um auf dieser Grundlage die weitere Struktur der Bibliotheken zu beschließen.

Kommentare

Für mich ist klar, dass auch die Stadtteilbücheren ihr Scherflein zum Sparen beitragen müssen. Da ist es geradezu kontraproduktiv, wenn der Bezirksrat Beuel beschließt, die Bücherei im Brücksnforum beizubehalten. Das ist reinste Kirchturmpolitik. Ist den Politikern nicht klar, dasssich in 1000 m Entfernung sich die Hauptbücherei befindt?

Natürlich kann man sich immer fragen:
1) Bedarf es in jedem Stadtteil einer Bücherei,
2) in jedem Stadtteil einer Sportstätte,
3) in jedem Stadtteil eines Schwimmbades,
3) in jedem Stadtteil einer Musikschule usw.?
Dann muss aber auch die Überlegung erlaubt werden, zugunsten welcher Zwecke diese langjährig tätigen, beliebten und nachgefragten Bereiche eingespart werden sollten.
Für wiederholte unverantwortliche und eitle Bau-Debakel wie das WCCB, für dessen Misere keiner verantwortlich zeichnet?
Erlaubt muss auch die Frage sein, warum Keiner (auch finanziell nicht) zur Rechenschaft gezogen werden konnte.
Fehlt es gar an einer Versicherung, die bei solchen Vorhaben den Bürger vor den Leichtfertigkeiten seiner Vertreter schützt?
Könnten nicht auch endlich die ganzen Beraterverträge der Stadt Bonn mangels Tauglichkeit/Bewährung (also Grundlage) fristlos aufgekündigt werden? Für die in der Vergangenheit angerichteten Schäden bedarf es dieser Berater nicht (das mit den Pannen kriegen wir auch selber hin).
Dadurch (durch diese Einsparmaßnahme) würde auch wieder Geld frei, das zur Bremsung der Schulden genutzt werden könnte, damit nicht noch künftige Generationen sich daran abarbeiten müssten.
Immer wieder wird beklagt, dass weniger gelesen wird von Kindern und Jugendlichen und, dass viele zu dick seien; auch könnten viele nicht schwimmen. Klar, dass dann die Schließung von derlei Stätten als erstes ins Auge gefasst werden, die dem Ganzen, speziell im Nahbereich abhelfen könnten!!!
Es wäre schön, wenn man in unserer Stadt nicht nur die sog. Hochkultur als Bereicherung sehen könnte, sondern die gute Versorgung der einzelnen Viertel an Sport-, Schwimm-, Musik- und Lesestätten als den wahren Reichtum einer Stadt begreifen könnte!

Stadtteilbibliotheken sind insbesondere für Kinder vom Vorschulalter bis mindestens zum Ende der 4. Klassen und für alte Leute eine Einrichtung von besonders hohe sozialer Wichtigkeit, da für sie der Besuch einer Zentralbibliothek nicht ohne wesentliche Unterstützung möglich ist.
Die o.g. sozialen Kontakte, die hier gepflegt werden, sind von größter gesellschaftlicher und menschlicher Bedeutung. Wer noch zur Genration um den 2. Weltkrieg herum gehört, weiß welche Bedeutung kulturelle Kompetenz im Überlebenskampf bedeutet. Auch wenn wir im Moment bei uns keinen Krieg habe, gibt es eine genügend größe Zahl kritischer Lebenssituationen, für die es wichtig ist kulturelle und soziale Hilfen zur Hand zu haben.

Die Stadtteilbüchereien sind ein Stützpunkt und Netzwerk lokaler Kultur und Innovation.

Das Erlernen des Lesens gehört zur Kernkompetenz eines jeden Kindes, deshalb müssen dezentrale Stadtteil-
bibiotheken erhalten bleiben. Dadurch können Grundschulkinder angeleitet durch ihre Lehrer schon früh diesen Umgang erlernen und ihre Freude am Lesen entdecken. Dies ist für die ihre weitere Schulentwicklung sehr wichtig.
Ganz nebenbei ist eine Stadtteilbibliothek ein beliebter sozialer Treffpunkt für junge und alt imStadtteil.

Kinder und alte Menschen haben oft keine Möglichkeit in die Stadt zu kommen und sind auf die Stadtteilbüchereien angewiesen.

müssen sich besinnen: Sie sind nicht für das Bonner Zentrum zuständig und verantwortlich, sondern FÜR ALLE STADTTEILE. Schluss mit dem Zentralisierungsirrweg. Die Leistungen der Stadt müssen auch in der Fläche erbracht werden - nicht zuletzt, weil auch in der Peripherie das Geld für diese Leistungen beigesteuert wird. Daher haben auch die Stadtteile außerhalb des Zentrums einen ANSPRUCH auf Versorgung mit Büchereien, Kulturangeboten usw.!

In Stadtteilbibliotheken werden Kindergarten- und Grundschulkinder an Bücher und Bildung herangeführt. Stadtteilbibliotheken bieten einen niederschwelligen Zugang zu Bildung und sollten unbedingt erhalten werden. Außerdem sind Stadtteilbibliotheken Orte des sozialen und kulturellen Lebens im Stadtteil.

"Der Aufwand, von Beuel, Endenich, Dottendorf oder Auerberg/Rheindorf "mal eben" mit einer Klasse Grundschüler oder Vorschulkindern ins Haus der Bildung zu fahren, ist viel zu groß - kostet zudem auch noch Fahrtkosten für jedes Kind."

Bei Endenich muss ich aber widersprechen. Die Fahrt dauert beispielsweise von der Haltestelle "Auf dem Hügel" bis zum HBF 8 Minuten. Auch das Doppelte wäre noch zumutbar, da der Gang vom HBF bis zum Haus der Bildung maximal 5-10 Minuten in Anspruch nimmt.

"die dann aber lieber zu Hause daddeln"

Selbst wenn sie es jetzt tun, werden sie es auch mit dem Weiterbestehen der betroffenen Einrichtung nicht ändern. Vielmehr hat dieses Phänomen mit dem digitalen Zeitalter zu tun. Man surft im Netz, statt staubige alte Bücher durchzuschmökern.

#9 #9 die Fahrtkosten fallen an, das ist eine sehr hohe Hürde für die Grundschulen. Und nicht jeder Lehrer kann eine ganze Klasse im Bus beaufsichtigen. Es müssen dann wieder mehrere Lehrer sein. Unterrichtsazsfall für die anderen....

#9 #9 Es kann nicht Aufgabe von Lehrkräften sein, in Zukunft ausgedehnte Busreisen zum Schwimmunterricht und in städtische Büchereien zu unternehmen. Neben den Kosten entfällt Unterrichtszeit und es ist mehr als eine Lehrkraft erforderlich, so dass auch für Parallel-Klassen der Unterricht nicht gewährt ist.

Zudem lesen selbst "Digital Natives" wie unsere Jugendlichen, die digitales Leben schon in der Kita lernen, gerne mal NICHT am Bildschirm, sondern legen sich mit einem Buch in die Ecke.

wer unseren Kindern die Möglichkeit zur Enkulturation der Wissensvermittlung über das Medium Buch und damit eines analogen Mediums nimmt, der wird sich im Alter über die zunehmende Geschwindigkeit der gesellschaftlichen Veränderung noch wundern. Wenn das Medium Buch als Kultur- und Wissensvermittlung nicht mehr frei zugänglich wird, geht man halt ins Netz, wo Kinder zumeist schon viel zu häufig am Tag anzutreffen sind. Wer nicht mehr analog innehalten kann, wird ein digital Getriebener. Und wenn wir die Bibliotheken nicht mehr brauchen, warum stationäre Schulen? Skype und digitaler Klassenraum geht doch schon heute. Wer Bonner Bäder und Bibliotheken für Bürgerinnen und Bürger, Kinder sowie Schülerinnen und Schüler zur Disposition stellt und abends in die Bonner Oper geht, der gehört bei der Aufführung "Ein Käfig voller Narren" doch nicht in den Zuschauerraum, sondern auf die Bühne! „Und so sehen wir betroffen / Den Vorhang zu und alle Fragen offen.“

Ortsnahe Büchereien, Schwimmbäder ,... gehören zur Grundversorgung für Familien und die vielen Menschen mit Gebrechen (durch Unfall, Alter, Behinderung, bei Bewegungstherapiebedarf,...) . Reglmäßiges schwimmen hält jung und die Bürger fit. Viele können im Alltag nur dann schwimmen wenn ihr Schwimmbad leicht erreichbar ist (so wie das ehemalige Viktoriabad, dass citynah mit den meisten Bus- und Bahnlinien erreichbar war).
Opern und klassische Konzerte werden überwiegend von Bürger besucht, die ausreichend Zeit und Geld haben, weniger von "der Zukunft der Stadt", den Familien.
Kultur ist wichtig, keiner hat was gegen ein attraktives Kulturangebot, aber die Dimension muss so bemessen sein, dass die Grundversorgung gewährleistet bleibt und nicht die Steuerzahler auch noch das ergeizigen Luxus-Kulturangebote teuer bezuschussen müssen (angeblich >200€ pro Karte!?).
Viele Familien und ältere Menschen mit kleiner Grundrente können die teuren Kulturangebote nicht nutzen, sie brauchen ortsnahe Bücher, Sportstätten und Bäder!? Die OGS ermöglich den Eltern Job und Haushalt besser stemmen zu können.
Erst die Grundversorgung, dann LuxusKultur.

Die Stadtteilbibliothek Endenich ist eine gut besuchte Einrichtung mit zahlreich genutzten interessanten Angeboten für Schüler/Schülerinnen, Senioren/Seniorinnen und andere Bürgerinnen und Bürger des Stadtteils. Gelegen inmitten eines Schulzentrums und einem lebenidgen Stadteil ist die Stadtteilbibliothek Endenich nicht nur ein gesellschaftlicher Treffpunkt, sondern trägt auch entschieden mit dazu bei, das Kinder gezielt ans Lesen geführt werden und somt das Lesen und auch kulturelle Bildung gefördert werden und erhalten bleiben. Diese Stadtteilbibliothek darf daher nicht geschlossen werden. Die Bibliothek in der Innenstadt kann das Angebot der Stadtteilbibliothek Endenich nicht ersetzen.

Jeder Stadtteil braucht die Bücherei. Für Kinder und Jugendliche unabdingbar

Die "vielen Kleinen" ergeben Viele und sollten so mehr Gewicht erhalten. Jede einzelne Kultureinrichtung stellt ein Tor zum Sozialen und zur Bildung dar. Diese sollten möglichst wohnortnah sein und weit offen stehen.
Nicht nur die "Kleinen" sollten so massiv von der "Magie der schwarzen Null" vereinnahmt werden. Auch die "Großen" sollten (noch) mehr im Sparvisier stehen. Immer noch finde ich die staatlichen Subventionen für eine Opernkarte viel zu hoch, da denke ich auch, dass z.B. die Opernkulissen nicht so üppig sein müssten. Schließlich geht es um den Genuss schöner Stimmen und Töne und weniger um einen üppigen Augenschmaus. Eben diese Denke gefällt mir an diesem Vorschlag: Erstmal sehen, wie man noch weiter sinnvoll Einsparungen vornehmen könnte und dann erst über Komplettschließungen nachdenken, hier sollte kein Bereich aus den Augen verloren werden. So könnte man z.B. locker Energiekosten sparen (und auch der Umwelt was gutes tunt), wenn man in öffentlichen Gebäuden selbsttätig die Heizung runter schalten könnte. Denn im Winter möchte man auch lüften, ohne die Heizkosten ins Uferlose laufen zu lassen. Wenn man in unseren Kultur- und Sozialeinrichtungen den Blick noch stärker auf das Konkrete und Praktische lenkt, dann wird man sicherlich noch viele weitere Sparmöglichkeiten finden - von solch einer weiteren Analyse sollten "Groß" und "Klein" nicht ausgespart werden.

Also - eine Schließung darf und muss nicht sein! Erstmal sollten weitere "Öko- und Sparanalysen" her.

Wer Stadtteilbüchereien schließen will, muss privilegiert sein. Er oder sie denkt für sich, aber nicht für andere, denen es nicht so gut geht. Haben Sie mal in den General-Anzeiger geschaut unter der Rubrik "Was heute", wie häufig in den Stadtteilbüchereien Veranstaltungen für die Öffentlichkeit laufen. Ich frage mich, wo die stattfinden sollten, wenn z.B. die Endenicher Burg nicht mehr Bibliothek wäre.

Das braucht unsere Stadt. Doch die Erfahrung mit den gewählten Volksvertretern offenbart eine Diskrepanz zwischen deren Sendungs-/Geltungsbewusstsein und dem tatsächlichen Bürgerwillen, der auf Grund negativer Erfahrungen immer seltener öffentlich mit Nachdruck vertreten wird. Wozu auch. "Die machen doch, was sie wollen! Ich hab sie ja gottseidank nicht gewählt!" Vergessen wird, dass Gewähren lassen der Anfang vom Ende ist. Da fühlen sich Volksvertreter leicht als "Gottkönige". Erlebnis heute bei der Mahnwache einiger Bezirksbüchereien der Stadtbibliothek vor der Ratssitzung von einem Ratsmitglied: Muss man sich jetzt wirklich noch im Stadthaus auf dem Weg zur Sitzung belästigen lassen? Tja, liebes Ratsmitglied, das ist Demokratie. Die soll dich stören können, nicht immer nur einlullen.

Ich unterstütze den Antrag. Es sollen die Büchereien bleiben.