Anreizsystem für Übernahme von Grünpatenschaften

Monetärer Typ: 
Sparvorschlag
Kategorie: 
Verkehr-Bauen-Umwelt

Die Stadt Bonn bietet schon jetzt die Möglichkeit, Grünpatenschaften zu übernehmen. Laut Auskunft auf auf www.bonn.de gibt es ca. 630 Patenschaften von Bürgern für Beete im öffentlichen Raum. Dort heißt es: "Dabei handelt es sich um Baumbeete, Pflanzkübel und Grünflächen, die teilweise von Vereinen, Straßengemeinschaften oder Schulen angelegt, bepflanzt, gepflegt und unterhalten werden. Damit wird, sowohl mit Blick auf die Pflanzen aber auch auf das Erscheinungsbild der Stadt, ein wichtiger Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt geleistet." Da es nach Auskunft der Seite allein 34.000 Straßenbäume gibt, erscheint die Zahl von 630 Patenschaften sehr wenig. Zumal es eine große Menge traurig vor sich hinkümmernder kleiner und größerer Flächen gibt, die aus Kostengründen allenfalls mit Bodendeckern bepflanzt sind, in denen sich der Müll verfängt. Dies dürfte sicher auch daran liegen, dass gar nicht jedem bekannt ist, dass er die Patenschaft für ein Beet vor seiner Haustür übernehmen kann. Das könnte und sollte dadurch geändert werden, dass ein Anreizsystem eingeführt wird (z. B. jährliche Preise für das schönste Straßenbeet, Möglichkeit, nach dem Muster gespendeter Parkbänke kleine Namensschilder an den Beeten anzubringen) und offensiv Informationen an potentiell Interessierte wie z. B. Schulen, Unternehmen, Einzelhandel, aber auch Privathaushalte (z. B. über das "Schaufenster") gerichtet werden. Ich bin überzeugt, dass die Möglichkeit, eine Patenschaft zu übernehmen und diese eventuell sogar durch ein Schild sichtbar zu machen, auf vielfältiges Interesse stoßen würde. Der öffentliche Raum würde verschönert und der Gemeinsinn und die Wertschätzung für die Flächen außerhalb des eigenen Balkons oder Vorgartens gefördert. Ein wichtiger Nebeneffekt wäre auch die Einsparung nicht unerheblicher Summen an öffentlichen Geldern für den erforderlichen Pflegaufwand.

Stellungnahme der Verwaltung

Das Amt für Stadtgrün bewirbt seit vielen Jahren die Möglichkeit der Übernahme von Grünpatenschaften. Insbesondere mit Verweis auf die vielen tausend Bäume ist auch unter dem Stichwort „Baumstarke Stadt“ eine Kampagne zur Übernahme von Baumpatenschaften gestartet worden. Die tatsächliche Resonanz war leider überschaubar. Gleichwohl fördert das Amt für Stadtgrün interessierte Bürgerinnen und Bürger, die eine Grünpatenschaft übernehmen wollen. Zusätzliche Anreize könnten allerdings lediglich in Form einer Würdigung des Engagements bzw. ggfls. durch eine Fotoausstellung besonders gepflegter Beete passieren. Weitere Maßnahmen würden abhängig von der Ausgestaltung weitere zur Zeit nicht abschätzbare Finanzmittel erfordern. Die Verwaltung hält die o. g. Maßnahmen für ausreichend, um für die Übernahme von Grünpatenschaften zu werben. Durch die Vergabe einzelner Grünpatenschaften ergibt sich keine signifikante, finanzielle Einsparung. Die Übernahme von Grünpatenschaften bedeutet in erster Linie eine Aufwertung der Baumbeete und führt auch zu einer geringen Entlastung der Bezirksgärtner.

Entscheidung des Stadtrates am 08.12.2016

Der Vorschlag wird einstimmig bei Enthaltung BBB wie Änderungsantrag AA2 angenommen.

Der Wortlaut des Antrages lautet: Die Verwaltung organisiert eine Fotoausstellung im Foyer des Stadthauses zu Baumbeeten im Stadtgebiet und veröffentlicht diese entsprechend im Internet. Die Bürgerinnen und Bürger werden aufgefordert, Fotos einzuschicken, welche später anhand verschiedener Kategorien bewertet werden können, wie zum Beispiel: das schönste, das ökologischste, das gepflegteste Baumbeet. Die Verwaltung verstärkt ihre Öffentlichkeitsarbeit im Hinblick auf die Übernahme von Grünpatenschaften. Dies soll insbesondere durch mehr Pressearbeit sowie Werbung in den sozialen Medien und direkt an den Baumscheiben geschehen.

Aktuell wird vermehrt Werbung auf www.bonn.de geschaltet (letzte Aktualisierung August 2017).

Kommentare

Der Vorschlag würde einen allgemeinen Mehrwert stiften und der Stadt zugleich Kosten sparen - volle Zustimmung! Wenn Schulen oder Klassen entsprechende Patenschaften übernehmen, könnte man auch eine Art "Schulwettbewerb" (schulintern oder schulübergreifend) veranstalten, was die Kinder zusätzlich entsprechend motivieren würde.