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Bonner Münster retten- Plakate der Stadt Bonn

Überall im Stadtbild hängen derzeit riesige Plakate mit der Firmierung unserer Stadt, die uns Bürger dazu aufruft, das "Bonner Münster zu retten", finanziell versteht sich?

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Solidaritätsabgabe für private Schwimmbäder

In einer Stadt, in der die städtischen Bäder akut von Schließungen bedroht sind, existieren so viele private Schwimmbäder wie in kaum einer anderen Stadt dieser Größenordnung. Auf Luftbildern kann man sich davon ein eindrucksvolles Bild machen.

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An Bildung sparen, der richtige Weg für die Zukunft?

Bildung und Soziales
Ausgabevorschlag
Stadtbezirk Bonn

„Kinder sind unsere Zukunft“, diesen Spruch bekommen wir oft von Politikern zu hören, jedoch sollen demnächst mehrere Stadtteilbibliotheken geschlossen werden. Aus bildungstheoretischer Sicht, sprechen viele Gründe für einen Erhalt unserer Bibliotheken in den Stadtteilen Endenich, Dottendorf, Rheindorf und der Stadtbibliotheken in Beuel.
Es ist für verschiedene Gruppen der Gesellschaft wichtig, aufgrund eingeschränkter Mobilität, wohnortnah Zugang zu einer Stadtbibliothek zu haben.
Des Weiteren unterstützen die Stadtteilbibliotheken die Lesekompetenzen von Kindern und Jugendlichen durch Lese - und Rechtschreibförderung und fördern dadurch auch die Integration von Kindern mit Migrationshintergrund. Die Verfügbarkeit dieser Möglichkeiten lässt sich durchaus als kulturelle und soziale Errungenschaft bezeichnen, die wir als Schüler erhalten wollen!
Diese Errungenschaften bereichern die kulturelle und soziale Entwicklung der Stadtteile nachhaltig.
In unserem Land ist die Bildung der Jugend ein wichtiger Bestandteil und essenziell für die zukunftsorientierte Ausrichtung der Stadt und sollte deshalb, auch in Zeiten in denen gespart werden muss, gefördert werden.
Betrachtet man nun die Finanzierung von Bibliotheken auf Landesebene so wird deutlich, dass Bonn sogar weniger laufende Ausgaben für Bibliotheken als die ärmsten Städte NRWs, Duisburg und Gelsenkirchen, hat. (zum nachlesen: http://www.general-anzeiger-bonn.de/bonn/themen/festspielhaus/Das-Schwar...)
All dies lässt uns zu dem Schluss kommen, dass die Schließung von Stadtteilbibliotheken nicht der richtige Weg für die Zukunft sein kann!
Wir fordern, dass nicht an unserer Zukunft gespart wird und alle Stadtteilbibliotheken erhalten bleiben!

Stellungnahme der Verwaltung

Die Verwaltung empfiehlt, dem Bürgervorschlag nicht zu folgen.

Die Verwaltung hat dem Kulturausschuss in seiner Sitzung am 25.11.2014 ein Konzept zur zukünftigen Bibliotheksstruktur (DS-Nr.: 1412893) zur Beratung vorgelegt. Im Rahmen einer ersten Lesung hat der Kulturausschuss die Verwaltung beauftragt eine Reihe von offenen Punkten und Fragen zu klären (s. DS-Nrn.: 1412893EB8 und 1412893EB12) und das Ergebnis für die Haushaltsberatungen des Kulturausschusses am 26.02.2015 vorzulegen.

Die von der Verwaltung vorgelegte zukünftige Bibliotheksstruktur sieht mit der Eröffnung des Hauses der Bildung in 2015 die Schließung folgender Bibliotheksstandorte vor:

• Rheindorf, Dottendorf und Endenich voraussichtlich zum 26.06.2015,
• Beuel, Brückenforum voraussichtlich zum 02.10.2015
• zudem Aufhebung des Ratsbeschlusses zur Errichtung einer Stadtteilbibliothek in Auerberg

Der Verwaltungsvorschlag zur künftigen Bibliotheksstruktur ist mit einem jährlichen Einsparvolumen von 444.791,03 EUR bereits in den Haushaltsplanentwurf 2015/16 eingeflossen. Da der Bürgervorschlag die Beibehaltung der Zweigstellen zum Inhalt hat, ergibt sich daraus kein Einsparvolumen.

Auf den Bürgervorschlag Rang-Nr.: 23 „Kein Aus für Stadtteilbibliotheken, Grundversorgung in den Ortszentren statt Sahnehäubchen in Bonn-Innenstadt“, der ebenfalls den Erhalt von Bibliothekszweigstellen zum Ziel hat, wird verwiesen.

Ein Verwaltungsvorschlag für „Bonn packt’s an“, der die Schließung von Bibliothekszweigstellen zum Inhalt hat, wurde von den Bürgerinnen und Bürgern, die dazu ein Votum abgegeben haben, mehrheitlich abgelehnt.

Entscheidung des Stadtrats vom 07. Mai 2015:

Dem Bürgervorschlag wurde mit Änderungen/Ergänzungen mehrheitlich zugestimmt:

Nach der Eröffnung des Hauses der Bildung werden die folgenden Orts- und Stadtteilbibliotheken weitergeführt bzw. eingerichtet:
Dottendorf
Mit dem Förderverein wird über ein Bielefelder Modell (Einbindung Ehrenamtlicher/Fördervereine bei Reduzierung des städt. Personals) verhandelt. Die Räumlichkeiten werden auf 200 qm reduziert. Sollte nach einem halben Jahr keine Einigung und keine vertraglich gesicherte Basis für den Betrieb des Bielefelder Modells erzielt werden, wird der Standort geschlossen. Nach den Sommerferien wird in dieser Einrichtung aufgrund des Personalbedarfs im Haus der Bildung die Öffnungszeit bis zur Etablierung des Bielefelder Modells gekürzt.
Endenich
Mit dem Förderverein wird über ein Bielefelder Modell verhandelt. Sollte nach einem halben Jahr keine Einigung und keine vertraglich gesicherte Basis für den Betrieb des Bielefelder Modells erzielt worden sein, wird der Standort geschlossen. Nach den Sommerferien wird in dieser Einrichtung aufgrund des Personalbedarfs im Haus der Bildung die Öffnungszeit bis zur Etablierung des Bielefelder Modells gekürzt.
Auerberg/Rheindorf
Der Standort Rheindorf wird geschlossen. Bezüglich des Standorts Auerberg wird mit dem Verein „Haus Müllestumpe“ über ein Bielefelder Modell verhandelt. Sollte für dieses eine vertraglich gesicherte Basis gefunden werden, sollen neue Räumlichkeiten in der Größe von 200 qm (neu) angemietet werden. Sollte nach einen halben Jahr keine Einigung und keine vertraglich gesicherte Basis für den Betrieb des Bielefelder Modells erzielt werden worden sein, wird keine neue Räumlichkeit angemietet.
Beuel
Die bisherige Bibliothek im Brückenforum wird als Stadtteilbibliothek mit 2,5 Stellen unter Einbeziehung eines Selbstbedienungsangebots weitergeführt. Die Räumlichkeiten werden – wenn möglich – reduziert. Die Bibliothek Beuel Ost wird in eine Schulbibliothek überführt.

Im Juni berichtet die Verwaltung über die aktuelle Entwicklung der Verhandlungen mit den Fördervereinen. Die Prüfung der Auswirkungen des Hauses der Bildung sowie des Bielefelder Modells in den Zweigstellen soll nach einem Betriebsjahr überprüft werden. Diese Prüfung erstreckt sich auf alle Bibliotheken. Die Ergebnisse werden dem Kulturausschuss zeitnah vorgestellt, um auf dieser Grundlage die weitere Struktur der Bibliotheken zu beschließen.

Kommentare

Ich konnte mich bei der Zukunftskonferenz der IGS selbst überzeugen: Die Schülerinnen und Schüler schätzen und nutzen die Bibliothek regelmäßig, gerne und gezielt für ihre schulischen Belange aber auch für die Freizeitgestaltung. Immerhin wird rund 1.400 Heranwachsenden der Zugang zu Literatur, Sachinformationen und Medien ermöglicht, wovon sicherlich nicht alle das Angebot nutzen JA! Aber es ist unter denen, die es tun, auch ein großer Anteil von Kindern und Jugendlichen, die weder an Bücher herangeführt würden, noch sie erreichen könnten. Aber nicht nur das alternative und fachlich gut zusammengestellte Medienangebot ist wichtig. Die Bibliothek steht auch für Rückzugsmöglichkeiten, Ruhephasen, konzentriertes Arbeiten, sich verantwortlich fühlen für gemeinschaftliches Gut, Training in Verlässlichkeit und, und, und. Auch dieses Lernfeld ist ein wichtiges im Heranwachsen unserer Kinder - egal, ob sie IGS-Schüler sind oder Stadtteilbewohner. Die sozialen Auswirkungen und Konsequenzen einer Schließung, so schreiben es bereits andere auch, sind mit wirtschaftlichen Berechnungen nicht einfach unter den Teppich zu kehren.

Pro vorschlag

Wer die Stadtteilbibliotheken schließen möchte, der sollte sich zuvor einmal anschauen, welche Freude es insbesondere kleinen Lesern bereitet, nach Büchern zu stöbern, persönlich Bücher auszuleihen oder an einer der Veranstaltungen teil zu nehmen. Mit dem Angebot der Stadtteilbibliotheken werden Kinder auf ideale Weise an das Lesen herangeführt. Eine zentrale Einrichtung kann das in dieser Form leider nur für einen kleinen Teil der Kinder leisten. Schade! Zudem würde ein weiterer beliebter Treffpunkt in den Stadtteilen wegfallen...

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